Erstaunlich an diesem unglaublich vielfältigem Werk ist der Fakt, dass Laputa der erste Film aus Hayao Miyazakis Hand (oder genauer, dem Studio Ghibli) ist, welcher vollständig von ihm geschrieben wurde, bzw. von ihm als Regisseur angeführt wurde.
Ohne auf die geniale Handlung eingehen zu wollen (welche zudem viele Parallelen oder Anspielungen auf westliche Werke oder Ideologien aufweist), möchte ich besonders die Stärken des Films hervorheben, die sich dem Zuschauer beim Ansehen nahezu von selbst entfalten. Von vorne rein fällt sicher jedem auf, dass der Anime für sein inzwischen recht hohes Alter (jap. Release 1986) relativ gut animiert zu sein scheint. Erwähnenswert sind vor allem die detailreichen Hintergründe voller Landschaften, allgemein besticht der gesamte Anime mit einer bunten Farbenvielfalt wie man sie eher selten antrifft, ohne dabei zu verspielt oder zu kindlich zu wirken. Der Soundtrack klingt "sphärisch" und enthält einige Synthesizer Sounds, wie man es von 80er Jahre Filmen gewohnt ist, wirkt dabei aber nie zu aufdringlich oder gar trashig. Besonders das Thema des Films weiß immer wieder zu überzeugen, setzt es dem Zuschauer Gefühle von Euphorie und Spannung frei. Ein typisches Markenzeichen Miyazakis sind die teilweise gesprächsleeren oder gar Ton-stummen Szenen, in denen das Geschehen rein durch Standbilder oder wenige Animationen interpretiert werden - leider wurden hiervon einige durch die scheinbar sehr mittelmäßige englische Synchronisation versaut, von der ich mehr oder weniger verschont wurde (habe den Anime mit japanischem Originalton und bescheidenem englischen Subtitle von der malaysischen "Studio Ghibli presents The Great Collection" DVD-Box geschaut.) Besonderen Augenmerk aber lege ich beim Schauen auf das Charakterdesign, und dieses stimmt hier ungemein. Jeder Charakter profiliert sich nach und nach, sei es durch Taten oder dämliches Verhalten, jedoch driftet nie ein solcher in plumpe und wiederholende Verhaltensweisen ab; insbesondere bei den beiden Hauptcharakteren als auch die Piraten Bossin Dola lässt sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehend eine deutliche Weiterentwicklung erkennen. Nichts scheint hier fehl am Platze, alles wirkt liebevoll. Auch der immer wiederkehrende Slapstick-Humor ist nie als nervig anzusehen, eher im Gegenteil, rundet er die doch recht ernste Geschichte über Fehlverhalten und dessen Konsequenzen ab.
Falls jemand nie etwas mit Animes anfangen konnte, jedoch eine philosophische Ader oder einen Drang zur Natur besitzt, oder aber ohnehin schon ein Otaku oder Miyazaki-Fan ist, dem kann ich nur dringend raten, sich den Film zuzulegen! Nach wie vor kann ich dabei nur den Originalton empfehlen. :D
Abstrakt: Mir sind beim zweiten Schauen des Filmes erneut einige Parallelen zum genialen Spiel Grandia von Game Arts aufgefallen, insbesondere auf die Handlung und die Botschaft des Filmes hindeutend. Aber auch das Verhältnis zwischen Pazu und Sheetah ähnelt dem von Justin und Feena doch sehr, bzw. in welche Situationen sich die beiden begegnen (sei es "der Abschied" von Sheetah, die Pazu letztendlich nur das Leben vor dem Militär retten will oder auch die Auskundschaftung von Laputa selbst.) In Muska sehe ich eine Mischung aus General Baal und Oberst Mullen, Pazu hat den gleichen Tatendrang wie Justin und ist dementsprechend blauäugig, Sheetah besitzt statt Justin in Grandia ihren "Geisterstein-Pendant", etc. Warscheinlich könnte ich meine Theorie hier noch stundenlang ausführen, aber das soll nicht der eigentliche Sinn des Posts sein... :>
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Ja. Laputa ist ein grossartiges Meisterwerk. Hier ist meine Sicht auf den Film: http://murkelbox.blogspot.com/2010/10/laputa.html
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